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Rückschnitt

Ein Thema, das immer viel diskutiert wird und an das sich viele nur widerwillig herantrauen. Dabei ist der Rückschnitt bei Berücksichtigung einiger Punkte gar nicht so kompliziert, wie es meist dargestellt wird.

Was bewirkt der Rückschnitt?

Durch einen fachgerechten Rückschnitt der Rosen im Frühjahr werden das Wachstum und die Blütenbildung der Pflanzen gefördert. Durch die Bildung neuer Triebe wird die Pflanze verjüngt und ein weiterer Effekt ist, dass die Rose „in Form gehalten“ wird.

Welche Punkte müssen berücksichtigt werden?

• Beachten Sie die verschiedenen Rosengruppen, da diese unterschiedlich stark zurückgeschnitten werden.

• Sie benötigen entsprechendes Schnittwerkzeug, wie Rosenschere, Heckenschere oder auch eine Astschere für sehr starke Triebe. Wichtig ist dabei, dass die Triebe beim Schneiden nicht gequetscht werden, sondern eine glatte Schnittfläche erhalten (deshalb vor dem Schnitt Werkzeug eventuell schärfen!).

• Beachten Sie den richtigen Schnittzeitpunkt. Aufgrund unterschiedlicher Witterungsbedingungen ist der richtige Zeitpunkt, zu dem der Rückschnitt der Rose durchgeführt werden sollte, jährlich und auch regional unterschiedlich. Einen Hinweis auf den richtigen Zeitpunkt gibt die Forsythie. Wenn diese blüht, sind in der Regel keine gefährlichen Spätfröste mehr zu erwarten und der Rückschnitt der Rose kann erfolgen.

• Der Schnitt erfolgt immer ca. 1 cm über dem Auge und wird etwas schräg angesetzt. Erfolgt der Schnitt zu knapp über dem Auge, besteht die Gefahr, dass dieses eintrocknet. Dabei muss nicht immer darauf geachtet werden, ob das Auge nach außen zeigt. Bei Bodendecker-/Kleinstrauchrosen und auch vielen Beetrosen ist dies nicht notwendig, zudem wäre es bei großen Beeten sehr mühsam und würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, um darauf zu achten. Bei Edel-, Strauch-, Kletter- und Hochstammrosen sollte etwas mehr darauf geachtet werden.

Einmal blühende Rosen werden so gut wie gar nicht geschnitten. Hier wird nur krankes und abgestorbenes Holz herausgeschnitten und nach einigen Jahren ein Verjüngungsschnitt durchgeführt.

Folgende Schnittmaßnahmen werden unabhängig von der Rosengruppe grundsätzlich durchgeführt:

• Triebe, die Frostschäden oder Verletzungen aufweisen, werden bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten. Ebenfalls werden Triebe herausgeschnitten, die krank sind oder an denen Überwinterungsformen von Schädlingen zu sehen sind (z.B. schwarze Eier der Blattlaus).

• Triebe, die zu dünn sind, um im Sommer die Blütenstände halten zu können, werden stark zurückgeschnitten. Ein starker Rückschnitt bewirkt einen starken Neuaustrieb und umgekehrt ein schwacher Rückschnitt einen kürzeren Neuaustrieb.

• Dünne oder überflüssige Seitentriebe werden an der Ansatzstelle abgeschnitten.

• Überkreuzen sich Triebe, wird der schwächere zu Gunsten des stärkeren herausgeschnitten. Diese können sonst aneinander scheuern und es entstehen so Verletzungen, durch die wiederum Krankheitserreger in das Holz eindringen können.

Der Schnitt der einzelnen Rosengruppen
(nachdem grundsätzliche Schnittmaßnahmen ausgeführt wurden)

Bodendecker-/Kleinstrauchrosen (öfter blühend)
Werden auf etwa 3-4 Augen (ca. 10-15 cm) zurückgeschnitten. Der Rückschnitt kann jährlich erfolgen. Es ist allerdings auch möglich, sie nur alle 2 oder 3 Jahre so stark zurückzuschneiden und den Rückschnitt in der Zwischenzeit weniger stark durchzuführen. Als Schnittwerkzeug kann neben der Rosenschere auch eine Heckenschere verwendet werden.

Beet-, Edel- und Zwergrosen (öfter blühend)

Werden jährlich auf etwa 3-4 Augen (ca. 10-15 cm) zurückgeschnitten.

Strauchrosen (öfter blühend)
Werden ausgelichtet. Dazu jährlich einige Triebe stark zurückschneiden (auf 3-4 Augen). Der Neuaustrieb aus diesen vermeidet ein zu starkes Verkahlen der Strauchrose im unteren Bereich. Die verbleibenden Triebe werden etwa um 1/3 zurückgeschnitten. Durch diesen relativ geringen Rückschnitt erreicht man Sträucher, die der natürlichen Wuchsform der jeweiligen Sorte entsprechen. Etwa alle 5 Jahre sollte ein Verjüngungsschnitt vorgenommen werden, bei dem überalterte Triebe in Bodennähe entfernt werden (nicht zu viele auf einmal), um den Austrieb neuer Triebe zu fördern.

Kletterrosen (öfter blühend)
Werden entgegen einer weit verbreiteten Meinung auch zurückgeschnitten. Dabei werden junge, kräftige Langtriebe stehen gelassen und nach Möglichkeit waagerecht angebunden, so dass aus diesen viele Seitentriebe austreiben, die im folgenden Jahr die Blüten tragen. Seitentriebe, die bereits im vergangenen Jahr Blütenansatz hatten, werden auf 3-4 Augen zurückgeschnitten. Ebenfalls werden überalterte Triebe in Bodennähe entfernt (nicht zu viele auf einmal), um den Austrieb neuer Triebe zu fördern.

Stammrosen (Fuß-, Halb- und Hochstämme) (öfter blühend)
Die Triebe von Stammrosen werden auf ca. 15-20 cm zurückgeschnitten, wobei auf eine gleichmäßige Kronenform geachtet werden sollte.

Kaskadenstammrosen (öfter blühend)
Bei Kaskadenstammrosen werden die Triebe nur leicht eingekürzt, da hier die Triebe mit der Zeit stärker runterhängen sollen. Überalterte Triebe sollen etwas stärker zurückgeschnitten werden. Auch hier nicht zu viele auf einmal entfernen.

Hinweis: Die oben genannten Schnittmaßnahmen gelten für Pflanzen, die regelmäßig (jährlich) geschnitten wurden bzw. werden. Für Pflanzen, die über Jahre keinen Rückschnitt erfahren haben gelten gesonderte Bedingungen.